Der Verwaltungsrat begründet den Schritt mit dem Bedarf an neuer operativer Führung, nachdem die Aktie seit Jahresbeginn 2026 rund 25 % an Wert verloren hat.

Dieter Weisskopf übernimmt übergangsweise die Führung

Ein dauerhafter Nachfolger soll laut Verwaltungsrat spätestens im zweiten Quartal 2027 feststehen.

Bis dahin will sich Weisskopf nach eigenen Worten vor allem darauf konzentrieren, das europäische Geschäft wieder auf Wachstumskurs zu bringen, während die Geschäfte in Nordamerika und im Asien-Pazifik-Raum bereits besser laufen als in Europa.

Was der Wechsel für Kunden, Beschäftigte und Partner bedeutet

Für Kunden ändert sich zunächst wenig am Produktangebot, doch der Führungswechsel reicht über die Konzernspitze hinaus. Oktober 2026, nachdem er knapp 25 Jahre für das Unternehmen gearbeitet hatte.

Für Beschäftigte bedeutet die Neuordnung an mehreren Standorten gleichzeitig vor allem eines: Der Konzern ordnet seine europäische Führungsriege neu, während der Druck durch schwache Verkaufszahlen anhält.

Warum der Verwaltungsrat jetzt handelt

Auslöser der Personalentscheidung sind massive Absatzprobleme. Im ersten Halbjahr 2026 hatte Lindt & Sprüngli die Verkaufspreise im Schnitt um 11,8 % angehoben, worauf die verkauften Mengen deutlich zurückgingen. Konsumenten in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien reagierten dabei empfindlicher auf die Preiserhöhungen als vom Unternehmen erwartet.

Als Reaktion bietet Lindt seit dem Sommer 2026 einzelne Produkte wieder günstiger an und setzt verstärkt auf kleinere Packungsgrößen. Als weiteren Grund für die schwache Umsatzentwicklung nennt das Unternehmen die extreme Sommerhitze 2026.

Die Zahlen hinter der Krise

Im September 2026 meldete Lindt & Sprüngli einen Umsatzrückgang und senkte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich – bereits die zweite Umsatzwarnung innerhalb eines Jahres. Statt eines Wachstums von 4 bis 6 % erwartet der Konzern nun nur noch ein Umsatzplus von 0 bis 2 %.

  • Die Aktie hat seit Jahresbeginn 2026 rund 25 % an Wert verloren.
  • Vom Höchststand im Sommer 2025 beträgt der Kursverlust fast 40 %.
  • Am Montag, dem 19. Oktober 2026, fiel die Aktie zum Börsenstart um weitere 2,4 %.
  • Lechner war vier Jahre CEO und insgesamt 33 Jahre im Unternehmen tätig.

Wie es bei Lindt & Sprüngli weitergeht

Bis zur Ernennung eines dauerhaften Nachfolgers im zweiten Quartal 2027 liegt die operative Verantwortung bei Weisskopf. Parallel dazu vollzieht der Konzern den Wechsel an der Spitze von Deutschland und Österreich. Ob die neue Preis- und Packungsstrategie die Nachfrage in Europa wieder ankurbelt, wird sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen.