Der Hollywood-Film „The Social Reckoning“ läuft seit dem 8. Oktober in Schweizer Kinos und widmet sich der Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen. Regie und Drehbuch stammen von Aaron Sorkin, die Handlung folgt einer Facebook-Ingenieurin, die mit einem Reporter des Wall Street Journal zusammenarbeitet. Der Film ist von Haugens realer Geschichte inspiriert und dauert 113 Minuten.
Haugen war 2019 als Produktmanagerin in Facebooks Civic Integrity Team eingestiegen, das kurz nach der US-Präsidentschaftswahl 2020 aufgelöst wurde. Vor ihrer Kündigung im Mai 2021 kopierte sie rund 22.000 interne Dokumente und übergab sie der Zeitung sowie der US-Börsenaufsicht SEC. Die Zeitung veröffentlichte die Unterlagen im September 2021 unter dem Titel „The Facebook Files“.
Folgen für Nutzer
Für Nutzer der Meta-Plattformen ist vor allem der aktuelle Vergleich relevant: Im August einigte sich Meta mit mehreren US-Bundesstaaten auf eine Zahlung von rund 18 Milliarden US-Dollar, nachdem diese geklagt hatten, die Algorithmen von Facebook und Instagram gefährdeten die psychische Gesundheit von Jugendlichen. Der Vergleich ist kein Schuldeingeständnis, verpflichtet Meta aber, Minderjährige auf seinen Plattformen künftig besser zu schützen.
Gleichzeitig hat Meta entschieden, die eigenen Faktenchecks auf seinen Plattformen ganz aufzugeben. Für Werbepartner und Geschäftspartner bedeutet das eine Plattform, auf der Falschinformationen künftig weniger systematisch markiert werden.
Warum Meta so handelt
Firmenchef Mark Zuckerberg lehnt diesen Vorschlag darin ab.
Die Zahlen dahinter
Die Enthüllungen hatten für den Konzern unmittelbare Folgen: Die Aktie fiel innerhalb von sechs Wochen um fast 13 %. Ende Oktober 2021 benannte sich Facebook in Meta Platforms um. Trotz der Kritik und des aktuellen Vergleichs verbuchte Meta allein im vergangenen Jahr einen Gewinn von 83 Milliarden US-Dollar. Im Februar 2022 reichte die Organisation Whistleblower Aid zwei weitere Beschwerden gegen Meta bei der SEC ein.